BI d. F. Florian Miller zur Übersicht
Wie bekommt man genug Löschwasser dorthin, wo weit und breit kein Hydrant in der Nähe ist? Genau das haben die Feuerwehren Vorderstoder und Hinterstoder am 03.09.2026 auf der Edtbauernalm geübt, gemeinsam mit einer Übung zur Personensuche unter Atemschutz.
Almhütten und abgelegene Objekte stellen die Feuerwehr vor eine besondere Herausforderung: Im Ernstfall steht dort kein Wasserleitungsnetz zur Verfügung, wie man es aus dem Ort kennt. Genau für solche Szenarien haben die Feuerwehren Vorderstoder und Hinterstoder am 03.09.2026 auf der Edtbauernalm in Hinterstoder geübt. Ausgearbeitet wurde die Übung von OBI Martin Hackl und BI Peter Schoisswohl.
Gemeinsam ausgerückt
Um 19 Uhr rückten die beiden Feuerwehren zur gemeinsamen Übung aus. Die FF Hinterstoder war mit drei Fahrzeugen vor Ort: dem Rüstlöschfahrzeug Tunnel (RLFT), einem Großlöschfahrzeug (GLF) und dem Kommandofahrzeug (KDOF), insgesamt 17 Kameradinnen und Kameraden. Die FF Vorderstoder war mit ihrem Rüstlöschfahrzeug Tunnel (RLFT) und einem Kleinlöschfahrzeug (KLF) sowie 14 Personen im Einsatz. Bereits um 19:15 Uhr trafen die ersten Fahrzeuge am Übungsort ein.
Eine Zubringerleitung über einen Kilometer
Als Wasserquelle diente die Schneileitung der Hinterstoder Wurzeralm Bergbahnen, die unteranderem die Hauptlöschwasserversorgung auf den Hutterer Böden sicherstellt. Von dort aus bauten die Kameradinnen und Kameraden eine sogenannte Zubringerleitung auf, also eine lange Schlauchleitung, über die das Wasser von der Quelle bis zum eigentlichen Einsatzort transportiert wird. Die Strecke dafür war beachtlich: rund ein Kilometer Schlauch musste verlegt werden. Um 19:30 Uhr war es soweit: Bei der Zubringerleitung konnte "Wasser marsch" gegeben werden, das Wasser floss.
Ohne zusätzliche Pumpe zum Ziel
Ein besonderer Übungsschwerpunkt lag darin, die Leitung ohne zusätzliche Relaispumpe herzustellen, also ohne eine weitere Pumpe zwischen Wasserquelle und Einsatzort einzusetzen, die den Wasserdruck über die Distanz normalerweise unterstützt. Stattdessen wurde bewusst versucht, allein mit dem Eigendruck der Leitung auszukommen, also mit jenem Druck, der ohnehin durch das Gefälle und die Wasserquelle selbst vorhanden ist. Der Hintergrund: Gerade zu personalschwachen Zeiten, etwa tagsüber unter der Woche, muss eine Wasserversorgung auch mit weniger Kräften rasch aufgebaut werden können. Das Konzept ist aufgegangen und hat in der Praxis sehr gut funktioniert.
Personensuche unter Atemschutz
Neben der Wasserversorgung übten die beiden Feuerwehren auch die Suche und Rettung von Personen unter Atemschutz. Dabei bewegen sich die Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten durch verrauchte oder unübersichtliche Bereiche, um vermisste Personen rasch zu finden und in Sicherheit zu bringen. Diese Übung schult vor allem das koordinierte Vorgehen im Team, wenn Sicht und Orientierung eingeschränkt sind.
Ein herzliches Dankeschön
Ein besonderer Dank gilt der Familie Ramsebner, die den Feuerwehren die Übungsmöglichkeit auf der Edtbauernalm zur Verfügung stellte und die Kameradinnen und Kameraden im Anschluss an die Übung mit einer hervorragenden Verpflegung verwöhnte.