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Übung und Ausbildung

Raus übers Fenster: Volksschule Hinterstoder probt den Ernstfall

BI d. Florian Miller zur Übersicht

Am 06.11.2026 hieß es für die 23 Kinder der Volksschule Hinterstoder: alles raus, aber diesmal nicht über die Stiege. Bei einer Räumungsübung haben wir die Kinder über eine Leiter ins Freie gebracht und dabei gesehen, wie gut die Klasse auf so einen Fall vorbereitet ist. Danach ging es zu uns in die Einsatzzentrale, und eine Runde in unserem Rüstlöschfahrzeug Tunnel gab es obendrauf.

Eine Klasse, ein Plan

Die Volksschule Hinterstoder wird einklassig geführt. Alle 23 Schülerinnen und Schüler sitzen also gemeinsam in einem Raum, von der ersten bis zur vierten Schulstufe. Für eine Räumung hat das einen klaren Vorteil: Alle sind an einem Ort und alle hören dieselben Anweisungen. Gleichzeitig muss jedes Kind, egal ob sechs oder zehn Jahre alt, genau wissen, was zu tun ist. Geleitet wurde die Übung von HBI d. F. Florian Miller.

Wenn die Stiege keine Option ist

Normalerweise verlässt man ein Gebäude über Gang und Stiegenhaus. Im Brandfall kann genau dieser Weg aber durch Rauch versperrt sein. Dann bleibt der Weg nach draußen über das Fenster. Dafür haben wir einen Teil unserer Steckleiter verwendet. Die Steckleiter besteht aus mehreren Leiterteilen, die man je nach benötigter Höhe ineinandersteckt. Für das Klassenzimmer reichte ein einzelnes Teil. Die Kinder kletterten nacheinander und gut gesichert ins Freie, unten warteten schon unsere Feuerwehrleute.

Atemschutz im Klassenzimmer

Parallel dazu ging ein Atemschutztrupp in die Klasse. Das sind Feuerwehrleute mit Atemschutzgerät: Die Atemluft kommt aus einer Flasche am Rücken, deshalb können sie auch in verrauchten Räumen arbeiten. Ihre Aufgabe im Ernstfall ist es, Räume abzusuchen und niemanden zurückzulassen. Rauch haben wir diesmal bewusst nicht simuliert. Für die Kinder ging es vor allem darum zu sehen, wie so ein Trupp aussieht. Mit Maske, Helm und Schutzanzug wirkt ein Feuerwehrmann nämlich ganz anders als sonst, und genau davor soll im Ernstfall niemand Angst haben oder sich verstecken.

Gut vorbereitet ist halb gerettet

Was uns besonders gefreut hat: Die Lehrkräfte hatten die Kinder bestens vorbereitet. Die Klasse wusste, was zu tun ist, blieb ruhig und hat unsere Anweisungen sauber umgesetzt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, und es macht im Ernstfall einen riesigen Unterschied. Ein großes Danke an das Team der Volksschule für diese Arbeit im Vorfeld.

Blick hinter die Kulissen

Nach der Übung kamen die Kinder zu uns in die Einsatzzentrale. Dort konnten sie sich anschauen, wo unsere Ausrüstung lagert, wie sich die Mannschaft im Alarmfall bereitmacht und was alles dazugehört, bis ein Fahrzeug ausrückt. Die Fragen sind dabei nicht ausgegangen.

Zum Schluss: eine Runde im RLF-Tunnel

Den Abschluss machte eine kurze Rundfahrt mit unserem Rüstlöschfahrzeug Tunnel. Es ist seit November 2025 bei uns im Dienst und als Stützpunktfahrzeug für die Pyhrnautobahn A9 vorgesehen. An Bord hat es Löschwasser und gleichzeitig hydraulisches Rettungsgerät wie Spreizer und Schere, mit dem wir etwa nach Verkehrsunfällen eingeklemmte Personen befreien. Mit strahlenden Gesichtern ging es danach für die Kinder ins wohlverdiente Wochenende.