Suche nach ...

Übung und Ausbildung

Auf der Seite liegend, schwer verletzt: Übung unter realen Bedingungen

BI d. F. Florian Miller zur Übersicht

Ein umgestürztes Fahrzeug, eine eingeklemmte Person, jede Minute zählt. Bei der Übung am 21. Mai 2026 hat die Feuerwehr Hinterstoder genau dieses Szenario trainiert und dabei die neuen hydraulischen Rettungsgeräte des RLF-Tunnel zum ersten Mal richtig unter die Lupe genommen.

Was passiert, wenn ein Auto auf der Seite liegt?

Ein normaler Verkehrsunfall ist schon herausfordernd genug. Liegt das Fahrzeug aber auf der Seite, wird alles komplizierter: Der Zugang zur verletzten Person ist schwierig, das Fahrzeug ist instabil, und jeder Handgriff muss sitzen. Genau das war das Szenario der Übung am 21. Mai 2026. Eine schwer verletzte Person, dargestellt durch eine Übungspuppe, musste so schnell wie möglich und dabei so schonend wie nötig aus einem auf der Seite liegenden Fahrzeug gerettet werden.

13 Kameradinnen und Kameraden stellten sich dieser Aufgabe.

Schon die Anfahrt war kein Spaziergang

Auf dem Weg zum Einsatzort erwarteten die Einsatzkräfte bereits erste Hindernisse: ein gesperrter Schranken und Holz auf der Fahrbahn sorgten dafür, dass die Mannschaft schon vor dem eigentlichen Einsatz gefordert war. Solche Überraschungen sind kein Zufall, sie sollen das Reagieren unter realitätsnahen Bedingungen trainieren.

Die neuen Geräte im Praxistest

Im Mittelpunkt der Übung standen die hydraulischen Rettungsgeräte der Firma Weber Rescue, die zum Ausrüstungsbestand des Rüstlöschfahrzeuges Tunnel gehören. Diese Geräte laufen mit Akku, also ohne Hydraulikschläuche oder externe Stromversorgung. Das macht sie besonders flexibel im Einsatz, gerade in beengten Verhältnissen wie einem Tunnel oder eben einem auf der Seite liegenden Fahrzeug.

Zum Set gehören Spreizer, Schere und Rettungszylinder. Der Spreizer drückt Fahrzeugteile auseinander, um Zugang zur eingeklemmten Person zu schaffen. Die Schere trennt Karosserieteile durch, die anders nicht wegzubekommen sind. Der Rettungszylinder kommt dort zum Einsatz, wo gezielt einzelne Bauteile weggedrückt werden müssen, etwa das Armaturenbrett oder die Lenksäule. Bei der gestrigen Übung wurden Spreizer und Schere eingesetzt, der Rettungszylinder blieb diesmal im Fahrzeug.

25 Minuten bis zur Übergabe

Nach dem Eintreffen am Einsatzort arbeitete sich die Mannschaft systematisch vor. 25 Minuten nach Beginn des Einsatzes konnte die Übungspuppe schonend aus dem Fahrzeug befreit und dem Roten Kreuz übergeben werden. Ein gutes Ergebnis, das zeigt, dass die Kameradinnen und Kameraden die neuen Geräte schnell in ihre Abläufe integrieren konnten.

Üben, damit es im Ernstfall sitzt

Solche Übungen sind kein Selbstzweck. Wer im Ernstfall keine Zeit verlieren will, muss vorher hundertmal geübt haben. Neue Geräte müssen in Fleisch und Blut übergehen, bevor sie wirklich gebraucht werden. Die Übung am 21. Mai war ein wichtiger Schritt, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Hinterstoder auf dem Niveau zu halten, das die Region Pyhrn-Priel von uns erwartet.