Mannschaft im Jahr 1933
Mannschaft im Jahr 1933

Geschichte

Eine bewegte Geschichte hat die Feuerwehr Hinterstoder bereits hinter sich. Wie aus einem ausführlichen Bericht des damaligen Gemeindesekreträrs Hans Windscheck hervorgeht wurde die Freiwillige Feuerwehr Hinterstoder am 07. Mai 1905 gegründet. Den unmittelbaren Anlass zur Gründung der Wehr gab ein katastrophaler Waldbrand, den Hans Windschek in seinem Bericht schildert „Im Frühjahr 1904 brach am Tamberg in der Tambergau, oberhalb des Godl- und Reschenanwesen, im Waldbesitz der Bundesforste und des Gausrabengutes ein gewaltiger, lang andauernder Waldbrand aus, der eine große Ausdehnung nahm, begünstigt durch das zu dieser Zeit vorhandene dürre Gras, weiters des steilen felsigen Gebietes, das mit Eriken (Heistern) und Föhrenbäumen bewachsen war. Es wurde bei Ausbruch des Waldbrandes mit den Glocken der Kirche angeschlagen und Sturm geläutet.
Gemeinde, Gendarmerie und Verwaltung der Bundesforste waren bemüht, Leute für die Löschaktion zu bekommen und es war sehr schwierig ohne Löschwasser in den steilen Terrain das Feuer zu bekämpfen. Nach zu dieser Zeit der Frühjahrsanbau bei den Bauern war, war es schwierig, genügend Leute zu bekommen. Hauptsächlich wurden Forstarbeiter der Bundesforste herangezogen….“

Vereinsnachweis aus 1914

Vereinsnachweis aus 1914

Zur Zeit des Brandes gab es in Hinterstoder noch keine Feuerwehr, über Auftrag der Bezirkshauptmannschaft wurde nun aber eine Wehr gegründet. Der damalige Gemeindesekretär Franz Windscheck nahm sich im Jahre 1905 der Sache an. Zum Hauptmann der Feuerwehr wurde Schmiedemeister Elias Schwaiger ernannt. Eine fahrbare Spritze und die dazugehörigen Schläuche lieferte die Firma Rosenbauer in Linz. In Ermangelung eines Zeughauses wurde die Spritze im Heustadel von Franz Windscheck eingestellt Hans Windscheck hat eine ganze Reihe von Bränden aufgezeichnet, doch ohne zeitliche Angaben. Es seien daher nur jene erwähnt, die aus Pfarrchronik bekannt sind.

Feuerwehrpass Kdt. Windschek

Feuerwehrpass Kdt. Windschek

1907 – Am Feste Peter und Paul brannte aus unbekannter Ursache das Loskoglergut ab; der nahe Wald brannte ebenfalls an mehreren Stellen.1908 Laut Pfarrchronik erhielt Hinterstoder durch Vermittlung des Herrn Bezirkshauptmannes vom Roten Kreuz einen Sanitätswagen. Der damalige Gemeindearzt Dr. Adolf Hauer unterrichtete einige Feuerwehrmänner im Sanitätsdienst. Die erste Feuerwehrremise wurde dieses Wagens wegen erbaut.

Kommandant Windschek

Kommandant Windschek

1910 – Unter dem Feuerwehrkommandanten Hans Fessl (Dietlgutbesitzer) wurde das erste Zeughaus auf Pfarrhofgrund erbaut.
1925 – Bereits Mitte März wurde bei der Generalsversammlung im Gasthof Jaidhaus von den answesenden Feuerwehrmännern die Anschaffung einer Motorspritze befürwortet. Anlässlich des Brandes im Dietlgut am 27. November regt Bürgermeister Fessl die Schaffung eines Fonds zur Finanzierung des Ankaufs der Motorspritze an.

Die erste Motorspritze

Die erste Motorspritze

1926 – Auf Antrag von Hans Auer wurden erste Instandhaltungsmaßnahmen an der Fassade des Feuerwehrdepots durchgeführt.
1927 – Nach einer ausführlichen Präsentation vor Ort und zähen Preisverhandlungen mit der Firma Rosenbauer konnte die lang ersehnte Motorspritze endlich angekauft werden.
Am 12. Juni fand die feierliche Weihe dieser Motorspritze statt.
1940 – 1945 – Die Kriegszeit hinterließ auch bei der Feuerwehr ihre Spuren. Durch das Einziehen der Wehrmänner konnte der Betrieb nur schwer aufrechterhalten werden.
Mit Kriegsende griff man sofort die Idee Ludwig Kaltenbrunners von 1930 wieder auf, ein gemauertes Feuerwehrdepot zu errichten.
1947 – Mitte des Jahres konnten die Planungsarbeiten für das neue Gebäude abgeschlossen und eingereicht werden.

Mannschaft im Jahr 1933

Mannschaft im Jahr 1933

1948 – Da die Finanzmittel der Gemeinde für den Neubau des Depots nicht ausreichten, organisierte die Feuerwehr eine Spendenaktion. Neben Geld wurde auch Holz zur Verfügung gestellt, das man um den Höchstpreis an das Sägewerk Fessl abgegeben konnte. Dank dieser Aktion konnte der Bau rasch in Angriff genommen werden.
1949 – Am 23. August nahm Hochwürden Pfarrer Anton Hausjell auf Einladung der Feuerwehr den ersten Spatenstich für das, neben der Turnhalle neu zu errichtende Feuerwehrdepot vor. Bereits im Oktober konnte die Gleichenfeier im Gasthof zur Post stattfinden.
1951 – Erzgänzungsarbeit am Zeughaus – Anbringung einer neuen Sirene am Schlauchturm.
1953 – Im März konnte im Gemeindeamt eine Fernsprech-Wählautomaten-Anlage mit drei Nebenstellen (Schule, Feuerwehrkommandant Windschek, Gemeinde Sekretär) nach manchen Schwierigkeiten (nicht immer voll funktionsfähig) in Betrieb genommen werden.
1960 – Ein Unimog wurde angekauft.
1974 – Der 1. Mai gilt als Gründungstag der ersten Jugendgruppe: Adolf Auinger übernahm die Ausbildung der Jungfeuerwehrmänner.

Die erste Jugendgruppe 1974

Die erste Jugendgruppe 1974

1991 – Im Rahmen des traditionellen Maibaumumschneidens am 3. August wurde feierlich das neue Löschfahrzeug LFB-A2 eingeweiht. Ein unterhaltsames Festprogramm mit der Trachtenmusikkapelle und dem Phyrn-Priel Echo ließen die Veranstaltung zu einem großen Fest werden.

1996 – Ein Großfeuer im Holz- und Spanplattenwerk ROHOL in Rosenau vernichtete am 11. Juli ein Drittel des Betriebsgeländes. Nur durch die rasche Alarmierung sowie die optimale Koordination der Feuerwehren des Abschnitts Windischgarsten konnten Sachwerte von mehreren Hundert Millionen Schilling gerettet werden.

Brand Rohol Rosenau

Brand Rohol Rosenau

1998 – Peter Schoißwohl wurde zum Jugendbetreuer bestellt und organisierte mit finanzieller Hilfe der Sparkasse Trainingsgeräte, die beim Poppengut installiert werden konnten.
2002 – Konsistorialrat Pfarrer Franz Bayer aus Vorderstoder nahm am 10. August die Segnung der neuen Motorpumpe vor. Wenige Tage später verursachten enorme Regenfälle ein Hochwasser in Österreich von ungeahnten Ausmaß. Die Feuerwehr war tagelang im Großeinsatz und half im weiteren bei den umfangreichen Aufräumungsarbeiten. Einige Wehrmänner halfen auch im Rahmen der landesweiten Hilfsaktionen im Notstandsgebiet Eizendorf – Saxen.
Am 12. Dezember, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung, brach in der Deckenkonstruktion der Hösshalle ein Brand aus. Aufmerksames Reinigungspersonal alarmierte die Feuerwehr, die eine Katastrophe verhindern konnte.
2003 – Ein mit Diesel voll beladener Tankwagen kam Mitte Jänner von der eisigen Hutterer-Böden-Mautstraße von der Fahrbahn ab und drohte abzustürzen. Am 18. August in den unzugänglichen Südkämmen des Weißenbachtales, am 19. August auf dem Hößplateau, am 21. erneut Brände im Weißenbachtal, die Tags darauf durch einen Hubschraubereinsatz gelöscht werden konnten.
Schlußendlich brach auch noch am 23. ein Großwaldbrand an den Südabhängen der Hohen Nock auf rund 1400 Meter Seehöhe im Gebiet des Nationalpark Kalkalpen (Gemeinde Roßleithen) aus. Auch die Feuerwehr Hinterstoder kam zum Einsatz. Erst heftige Regenfällen löschten die letzten Glutnester und es konnte endlich „Brand aus“ gegeben werden.
2004 – Ein neues KDOF wird großteils mit den Eigenmitteln der Feuerwehr angekauft
2005 – Von 17.Juni bis 19. Juni fand in Hinterstoder anlässlich der 100 Jahr Feier der Feuerwehr Hinterstoder ein Zeltfest der Superlative statt.
2006 – Der Beginn des Jahres 2006 wurde von starken Schneefällen begleitet. Die Feuerwehr Hinterstoder rückte insgesamt siebenmal zum Abschaufeln von Dächern im Ortsgebiet aus. Unterstützt wurde die Tätigkeit der Feuerwehr durch das Bundesheer.
Am 4. August wurde die Feuerwehr Hinterstoder zu einem Brand „Landwirtschaftliches Objekt“ alarmiert. Gebrannt hat es bei der Zimmerei Hackl in Vorderstoder. Die Feuerwehr Hinterstoder war mit 4 Fahrzeugen und 21 Mann am Einsatzort.

Brand lw. Objekt in Vorderstoder

Brand landwirtschaftliches Objekt in Vorderstoder

2007 – Im April 2007 konnten die Arbeiten zur neuen Einsatzzentrale der FF Hinterstoder am Standort der alten Turnhalle gestartet werden.

Die neue Einsatzzentrale

Die neue Einsatzzentrale

2009 – Im April 2009 wurde die Webpräsenz www.ff-hinterstoder.at beim Dräger Homepagewettbewerb mit der Höchstzahl von 5 Helmen bewertet und damit Landessieger von OÖ. Im März 2009 war es für die Feuerwehr Hinterstoder soweit – die neue Einsatzzentrale konnte bezogen werden. Von 16. – 18. Juni fanden die offiziellen Segnungsfeierlichkeiten statt.
2011 – Anfang Februar war Hinterstoder wieder Austragungsort des alpinen Skiweltcups. Auf Grund des traumhaften Wetters und optimalsten Pistenbedingungen wurde die Veranstaltung ein Skifest der Superlative. Durch die Feuerwehren des Abschnittes Windischgarsten wurden im Rahmen der Verkehrssicherheitsmaßnahmen an den beiden Renntagen ca. 1.000 freiwillige Stunden geleistet.

Im April 2011 wurde die Webpräsenz der Feuerwehr Hinterstoder erneut beim Dräger Homepagewettbewerb 2011 mit 5 Helmen ausgezeichnet.

2012 – Ein ruhiges Jahr für die Feuerwehr Hinterstoder – Insgesamt wurde 2012 in Hinterstoder und Umgebung 54 Mal die Hilfe der Feuerwehr benötigt. Die im Feuerwehrdienst (Einsätze, Übungen, Jugendarbeit und sonstige Tätigkeiten) aufgewendeten unentgeltlichen Stunden von 5.322 Stunden sind im Vergleich zu 2011 leicht gestiegen. Im Juli 2012 fand nach zahlreichen Vorbereitungstagen das traditionelle Maibaumumschneiden statt.

2013 – Bei der 108. Vollversammlung der Feuerwehr Hinterstoder wurde ein neues Kommando gewählt. Kommandant Karl Rohregger legte nach 3 Perioden seine Funktion zurück. Als sein Nachfolger wurde HBI Helmut Kniewasser gewählt. Für die Feuerwehr Hinterstoder war 2013 mit 90 Einsätzen das einsatzstärkste Jahr seit der Gründung im Jahr 1905.

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